Gemeindepräsidenten ziehen Bilanz am Chlausabend 2025 der FDP Bad Ragaz–Taminatal

 

Anlässlich des alljährlich stattfindenden Chlaushöcks blickten die Gemeindepräsidenten von Pfäfers, Josef Riederer, sowie von Bad Ragaz, Jens Jäger, auf ihr erstes Präsidialjahr in ihren Gemeinden zurück. Zu diesem Anlass hatte der Präsident der FDP Bad Ragaz–Taminatal, Swen Jäger, in das festlich geschmückte Säli des Restaurants Central eingeladen. Unter den Gästen befanden sich auch die beiden Alt-Gemeindepräsidenten Guido Germann und Axel Zimmermann.

Obwohl Josef Riederer bereits vier Jahre im Gemeinderat tätig gewesen sei, sei er mit der Wahl zum Gemeindepräsidenten mit viel Neuland konfrontiert worden, führte er aus. Das Amt bringe zahlreiche zusätzliche Aufgaben und Verpflichtungen mit sich. Ein Dauerthema sei dabei der Verkehr. Dazu zählten unter anderem Postautohaltestellen, Verkehrsschwellen, Strassenunterhalt und Sanierungen, Winterdienst, Tempokontrollen, bei denen sich rund 97 Prozent der Autofahrer an die Tempolimiten hielten, sowie Brücken. Die Gemeinde verfüge über ein ausgedehntes Strassennetz, dem ein vergleichsweise knappes Budget von lediglich 800’000 Franken gegenüberstehe. Entsprechend gelte es, klare Prioritäten zu setzen. Ein weiteres grosses Projekt sei die Abwasserreinigungsanlage Vättis, welche nach rund 35 Jahren zunehmend sanierungsbedürftig sei. Bei Kosten von 1.5 bis 2 Millionen Franken müsse auch hier etappiert vorgegangen werden. Mit drei Schulstandorten sehe sich die Gemeinde zudem mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert. Trotz allem bereite ihm die Arbeit Freude, zumal die Wertschätzung durch eine Mehrheit der Bevölkerung deutlich spürbar sei.

Jens Jäger berichtete von einem schwierigen Start in Bad Ragaz. Mit fünf neuen Mitgliedern im siebenköpfigen Gemeinderat habe sich jedoch gleichzeitig die grosse Chance für einen Neuanfang ergeben. Es habe viel zu kitten gegeben, doch mit einem jungen und motivierten Team blicke er optimistisch in die Zukunft. In der Gemeinde stünden diverse, teilweise sehr umfangreiche bauliche Projekte an, darunter ein neues Schulhaus, Fragen der Raumplanung, der Neubau von Feuerwehrgebäude und Werkhof, die Sanierung der Bahnhofstrasse, das Projekt Sarganserstrasse sowie die Einführung von Tempo-30-Zonen. Als besonders erfreulich bezeichnete Jäger die deutliche Zustimmung der Bevölkerung von 78 Prozent zum Neubau des Feuerwehrgebäudes. Negative Reaktionen habe es keine gegeben. Nun könne das weitere Vorgehen mit Schwung und unter Einbindung der Bevölkerung angepackt werden. Den Wegfall der Polizeistation bedauere er zwar, bewerte diesen jedoch nicht als gravierend. Über die zukünftige Nutzung des Areals des alten Feuerwehrgebäudes wolle er sich derzeit noch keine Gedanken machen. In den nächsten vier Jahren werde der Betrieb wie gewohnt weiterlaufen. Die finanzielle Lage der Gemeinde bezeichnete Jäger als angespannt, aber überschaubar. Zusätzliche Steuereinnahmen lehne er ab. In einem Zeitungsartikel habe er sich an die Regierung gewandt und dazu aufgerufen, zuerst die Ausgaben kritisch zu überprüfen.

Bei einem schmackhaften Imbiss und einem guten Glas Wein fand der informative und gemütliche Abend bei angeregten Diskussionen seinen Abschluss.